Read Geo Wissen, Nr. 40: Das Geheimnis der Sprache by Michael Schaper Online

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Leseprobe Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber Alle Rechte vorbehalten.Vorwort Wenn heute ein Kind schreiben w rde wie Goethe, st nde es in Deutsch auf einer glatten F nf Der das sagt, Rudi Keller, ist Professor f r Germanistik Munter habe der Dichterf rst zum Beispiel zwischen den Schreibweisen M dchen und M dgen gewechselt, sogar wegen mit dem Dativ gebraucht In unserem Streitgespr ch vertritt Keller die These, dass die deutsche Sprache keineswegs vom Verfall bedroht ist, sondern sich lediglich wandelt Eine Formulierung wie Ich muss gehen, weil die L den machen gleich zu entspreche zwar nicht der heutigen Norm, sei aber wom glich die Regel von morgen.Unbestritten ist hingegen, dass das gesprochene Wort die bedeutendste Errungenschaft der Menschheit ist Eine F higkeit, die Homo sapiens von allen anderen Spezies unterscheidet, eine unverzichtbare Kulturtechnik.Die Stimme eines jeden Einzelnen wiederum ist ein h chst charakteristisches Merkmal Fahnder des Bundeskriminalamtes machen sich dies zunutze und haben mittels der Analyse von Stimmprofilen Verd chtiger etliche Kriminalf lle aufgekl rt.Sich n her mit Sprache zu besch ftigen, kann auch h chst erheiternd sein Etwa wenn man erf hrt, dass f r Cayuga Irokesen der Begriff Flugzeug w rtlich etwas, was normalerweise abhebt bedeutet Und wie es dazu kommt, dass man mitunter aus allen Socken f llt , wenn von Kussverletzungen am Schopf die Rede ist oder vom Fass, das den Tropfen zum berlaufen bringt....

Title : Geo Wissen, Nr. 40: Das Geheimnis der Sprache
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ISBN : 3570197417
ISBN13 : 978-3570197417
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Gruner Jahr Auflage 1., 15 Oktober 2007
Number of Pages : 383 Pages
File Size : 697 KB
Status : Available For Download
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Geo Wissen, Nr. 40: Das Geheimnis der Sprache Reviews

  • weiser111
    2019-03-17 19:50

    Es kommt drauf an -- auf die Erwartungen nämlich, mit denen man dieses Heft aufschlägt. Wer sich irgendwann mal mit Linguistischem im weitesten Sinne beschäftigt hat (z.B. als ehemaliger Student der Germanistik oder der Arglistik ;-)), der dürfte hier nicht viel Neues erfahren, aber doch weitgehend Bekanntes in meist ansprechender Aufmachung vorfinden.Aber man muss ja nicht studiert haben, um sich für Sprache zu interessieren. Das Thema ist auch so faszinierend genug, und wenn dann ein ganzes "Geo Wissen"-Heft zum Thema lockt, warum nicht mitnehmen?Gegen das "Mitnehmen" spricht nichts. Die einzelnen Themen (u.a. Spracherwerb des Kindes, Sprachenvielfalt, Sprachpolitik, Kuriosa in den und aus den Sprachen der Welt) sind gut aufbereitet und liefern meist auch die nötige Hintergrund-Information mit, um mitzukommen beim Lesen. Was hingegen stört, ist die etwas reißerische Aufmachung mancher Artikel, deren Inhalt dann leider weit bescheidener dahergestolpert kommt als die Ankündigung. Und wer sich für ein Thema interessiert und mehr drüber wissen will und deswegen hinten im Heft nach weiterführender Literatur sucht, der findet hinten eine Seite mit ansprechendem Layout und ein paar kommentierten Buchempfehlungen, die aber leider nicht das Nonplusultra der Sparte "Fachliteratur, die sich auch der interessierte Laie zumuten kann" darstellen, sondern eine Art Bauchladen. Dieser Bauchladen hat verschiedenes im Angebot, von Ferdinand de Saussure (der Fachmann kennt den eh, und der Laie wundert sich...) bis Bastian Sick (den würde ich garantiert nicht als Fachmann bezeichnen...), ohne beispielsweise nach Zielgruppen zu unterscheiden. Ebenso als Gemischtwarenladen daherkommen tut auch das "Glossar", das zwar wenigstens einige vermutlich willkürlich gewählte Begriffe erläutert, aber so, als verkünde es das Evangelium. Nunja...Meine bisherigen Meckereien weisen auf die Symptome hin, aber als die eigentliche Krankheit diagnostiziere ich: Der "Geo Wissen"-Gemischtwarenhändler hat nicht gemerkt, dass er zwei Definitionen von "Sprache" bunt durcheinanderwirbelt und kunterbunt in seine Regale stopft, wo gerade Platz ist:Da wäre zum einen die Sprache, in der man sich unterhält, in der Bücher geschrieben sind usw. -- in dieser Bedeutung hat "Sprache" einen Plural: Es gibt unzählige Sprachen auf der Welt, und noch mehr Dialekte gibt's, und bis heute gibt es keine vernünftige Definition von "Sprache" in diesem Sinn, die Sprache und Dialekt klar voneinander abgrenzt (außer natürlich die berühmte von Max Weinreich, der zufolge eine Sprache ein Dialekt mit einer Armee und einer Marine ist).Es gibt aber noch eine zweite Definition von "Sprache", und auch die wuselt unkommentiert durch dieses "Geo Wissen"-Heft: Sprache wird hier verstanden als ein mehr oder minder abstraktes Zeichensystem, mit dem man sich irgendwie verständigen kann -- vom Stoppschild bis zu Heideggers "Sein und Zeit" beruht alles darauf, dass bestimmten eindeutigen Krakeln irgendeine allgemein akzeptierte Bedeutung zugeordnet wurde, und dass sich durch die Kombination dieser Krakel aufgrund ebenfalls allgemein anerkannter Regeln etwas mitteilen lässt. (Ja, liebe Fachleute, ich weiß... man muss das viiiiel differenzierter sehen. Aber dafür sind Kurz-Rezensionen nicht der echte Ort)Jedenfalls wird nirgends im "Geo Wissen"-Heft "Sprache und Verstehen" auf diese zwei verschiedenen "Sprache"-Definitionen hingewiesen, auch nicht in dem etwas oberflächlichen und selbstherrlichen Zweiseiter "Was ist eigentlich 'Sprache'?". Der klingt wie ein mittelmäßiges Kurzreferat im Proseminar, das brav das fürs Seminar empfohlene Fachbuch zusammenfasst. Auf die Crux des Themas geht der Referent aber nicht ein -- hat der Platz nicht gereicht, oder war der Zwiespalt nicht opportun?Dennoch werden die beiden doch recht unterschiedlichen "Sprache"-Bedeutungen munter je nach Thema verwendet, ohne dass einer darauf hinweist. Das möchte zu manch einem Missverständnis führen: Etliche Tierspezies z.B. können mit Zeichensystemen sinnvoll umgehen lernen, aber deswegen sollte man die armen Viecher nicht gleich in den VHS-Kurs "Spanisch für Anfänger" schicken.Wer einfach so mal ein wenig interessehalber reinschmökern will ins Thema, vielleicht sich auf einer längeren Eisenbahnfahrt sinnvoll unterhalten, der ist mit diesem "Geo"-Heft unbedingt gut bedient. Bei tieferem Interesse sollte man aber besser gleich etwas tiefer ins Portemonnaie langen (oder mal wieder in die Bibliothek gehen) und z.B. zur "Cambridge Enzyklopädie der Sprache" von David Crystal greifen -- umfassend, systematisch aufgebaut und gut geschrieben.Am Ende ist's wieder mal ein hartes Brot, hier besternt bewerten zu müssen, denn die einzelnen Artikel sind, wie gesagt, meist interessant und meist gut geschrieben, und meist werden keine allzu dünnen Bretter gebohrt. Ein wenig reißerisch vielleicht ist's mitunter aufgemacht, aber das Klappern gehört nun mal zum Handwerk. Das also wäre auf der Sternenskala ein schöner Viersterner in der Bedeutung "deutlich überm Durchschnitt".Aber das dicke Ende kommt noch: Ein Konzept dieses Heftes ist nicht zu erkennen. Vielleicht wurde das Ganze nach dem Motto zusammengestellt "Womit interessiere ich die meisten potentiellen Käufer"? Das ist freilich legitim, sollte aber nicht unter der Flagge des seriösen Wissenschaftsjournalismus segeln.Wegen der ordentlichen Einzelartikel entscheide ich mich für die drei Sterne, obwohl mir das (vermutete) allzu profitorientierte Konzept sauer aufstößt.