Read Wie der Sex nach Deutschland kam: Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik by Sybille Steinbacher Online

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Neues ber die Pubert t der RepublikMuffig und verklemmt erscheint die Adenauerzeit im R ckblick als Epoche der Pr derie und Lustfeindlichkeit Doch diese Einsch tzung t uscht Sybille Steinbacher zeigt, dass es Sexwellen gab, lange bevor die sexuelle Revolution begann.Sex, das Wort war neu, als es kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland gebr uchlich wurde Es stand im Zentrum erbitterter Auseinandersetzungen ber Sittlichkeit und Anstand Denn gerade mit dem neuen Erotikboom in der Publizistik sahen viele Zeitgenossen der Adenauer ra eine moralische Krise heraufziehen, w hrend andere davon berzeugt waren, Fortschritt und Modernit t hielten nun aus Amerika Einzug Wie vermint das ideologische Gel nde war und wie heillos Sittlichkeitsverfechter bald ins Hintertreffen gerieten, offenbarte Anfang der f nfziger Jahre die Verbreitung der Kinsey Reporte Bald florierte zudem Beate Uhses Erotik Firma, und im Sommer 1961 kam die Pille auf den Markt Sybille Steinbacher erschlie t ein bislang unbeachtetes Feld in der Politik und Gesellschaftsgeschichte der fr hen Bundesrepublik und bricht Klischees auf Sie zeigt, dass es in puncto Sexualit t eine Revolution vor der Revolution gab Neue Erkenntnisse ber die sexuelle Revolution in Deutschland berraschender Blick auf die Nachkriegszeit...

Title : Wie der Sex nach Deutschland kam: Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik
Author :
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ISBN : 3886809773
ISBN13 : 978-3886809776
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Siedler Verlag 24 Januar 2011
Number of Pages : 387 Pages
File Size : 989 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Wie der Sex nach Deutschland kam: Der Kampf um Sittlichkeit und Anstand in der frühen Bundesrepublik Reviews

  • A.B.
    2019-03-19 01:33

    Steinbacher rekonstruiert die jungen Jahre der BRD in den 1950er und 1960er Jahren anhand gesellschaftlicher Debatten zur Sexualität, die sie politischen, medialen, juristischen und wissenschaftlichen Diskursen entnimmt. Das ist sehr verständlich geschrieben und auf breiter Archivbasis recherchiert. Höhepunkte der Analyse sind erstens der "Schmutz-und-Schund"-Paragraph und ineins damit die Geschichte des Volkswartbundes sowie zweitens der Kinsey-Report mitsamt seinen medialen Effekten und wissenschaftlichen Kontroversen (nicht zuletzt zur Moderne oder Anti-Moderne im Allgemeinen). An nicht wenigen Stellen geht es allerdings redundant zu, sodass man sich doch eine Straffung der Beschreibung und historischen Aufarbeitung gewünscht hätte.

  • Helga König
    2019-03-08 19:54

    wachsende Konsumfreude der Bundesbürger, für das Scheitern der Justiz im Sittlichkeitskampf und schließlich für die unmittelbar an Sexualität geknüpfte, auf Kinsey zurückgehende Überzeugung von Fortschritt und Freiheit." (Prof. Dr. Sybille Steinbacher, S. 244)Prof. Dr. Sybille Steinbacher konstatiert gleich zu Beginn ihres Buches, dass die Sexualität in den 1950er Jahren eines der zentralen Felder politischer und sozialer Auseinandersetzung gewesen sei. Sexualität wurde nicht als Privatangelegenheit betrachtet, sondern es wurden unmittelbare Zusammenhänge zwischen sexuellen Normen und sexuellen Ordnungsvorstellungen hergestellt. Dabei wurde das soziale Selbstverständnis heftig diskutiert. Im vorliegenden Buch geht die Autorin diesen Konflikten als auch den sozialen Funktionen und Bedeutungen, die mit der Sexualität zwischen der Besatzungszeit und den frühen 1970ern in der Bundesrepublik verknüpft wurden, breit angelegt nach.Erörtert werden die Themenbereiche der gesetzlichen Maßnahmen, welche im Zusammenhang mit dem sogenannten literarischen Jugendschutze getroffen wurden, die sexualwissenschaftlichen Studien des amerikanischen Forschers Alfred C. Kinsey und die Resonanz in Wissenschaft, Medien sowie Publizistik als auch die frühe Erotikindustrie in unserem Lande.Die Autorin lotet Akteure in der Auseinandersetzung und deren Handlungen, ihre unterschiedlichen Interessen, ihre Konkurrenz und Deutungsmacht, als auch die Reaktion und Wirkung ihrer Aktivitäten aus. Weil es beim Konflikt um Sexualität darum ging, gesellschaftlichen Ordnungsentwürfen Geltung zu verschaffen, spiegelt sich die Auseinandersetzung in Gesetzen, in Rechtsprechung und im Verwaltungshandeln wieder.Prof. Dr. Steinbacher stellt viele Fragen, die sie in der Studie umfassend zu beantworten sucht, so etwa, wie sich Politik, soziale Eliten und Publizistik in diesem Prozess zueinander verhielten u.a.m. Die Autorin unterstreicht, dass sich die Studie als Beitrag zu einer Geschichte der Bundesrepublik versteht, die gängige Deutungsmuster über die autoritären und rigiden Moralvorstellungen und den Hedonismus der 1960er Jahre durchbricht und stattdessen die Ambivalenzen der fokussierten Epoche hervorhebt.Weil die Sexualität ein deutungsoffenes Feld darstellte, bündelten sich nach Aussagen der Autorin die Intensionen der sozialen Distinktionswünsche und der kulturellen Überlegenheitsansprüche. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle, dass die Studie eine transnationale Perspektive beinhaltet, weil der Umgang mit Sexualität auch ein Ausdruck der Akzeptanz wie Abwehr kultureller Einflüsse aus den USA verkörperte, zusammengefasst mit den Schlagworten der sogenannten Amerikanisierung und der Ausbreitung der Populärkultur. Dabei sorgten die Medien dafür, dass die Sexualität nach der NS-Zeit wieder ein verhandelbares Thema wurde, besonders in Verbindung mit den Kinsey-Berichten in den USA. Der Wandel der sexuellen Normen fand in jener Zeit nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten westlichen Welt statt, das soll nicht unerwähnt bleiben.Prof. Dr. Steinbacher bezweckt durch ihre Studie die Sexualgeschichte in die Zeitgeschichte einzubinden und betont dabei, dass der Konflikt um Sexualität sich nicht auf ein Symptom der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus reduzieren lässt.Ihr Buch in drei große Abschnitte untergliedert. Diese lauten:Sittlichkeit und StaatsräsonKinsey und der FortschrittKonsumzeitalter und sexuelle BefreiungAlles sehr aufschlussreich und von daher empfehlenswert.

  • Amazon-Kunde
    2019-03-11 21:54

    Anders als der Titel suggeriert, ist dies kein flockig geschriebener, nostalgisch illustrierter Spaziergang durch die erotischen 50er-Jahre: Sybille Steinbacher hat eine schwergewichtige wissenschaftliche Arbeit mit 200 Seiten Anmerkungen verfasst. Die Kernthese: Nicht die späten 60er-Jahre brachen die sexuelle Unterdrückung auf, sondern schon in den 50ern fand der Aufbruch statt.Akribisch zeichnet Steinbacher die damaligen Auseinandersetzungen nach. Während die Konservativen nach der Katastrophe des Dritten Reichs die Uhr bis in die Kaiserzeit zurückdrehen wollten, verloren sie gegen den modernen Hedonismus und die Jugendkultur immer mehr an Boden. Die »Amerikanisierung« brachte Aufklärung durch Kinsey und eine Sexwelle in den Medien. Manche Diskussionen erinnern an heutige, etwa wenn der Jugendschutz gegen die Pressefreiheit in Stellung gebracht wird (»Schmutz und Schund«). Mitunter liest sich das ein wenig spröde, etwa wenn seitenweise Zeitschriftenartikel wiedergegeben werden. Natürlich steht eine fokussierte Sichtweise immer unter dem Verdacht, genau das zu finden, was gesucht wurde. So wünscht man sich gelegentlich einordnende Vergleiche zur Sexualmoral im Dritten Reich, in den 20er-Jahren oder im Ausland. Doch gelingt der Autorin der gründliche Nachweis, dass die Nachkriegsdeutschen nicht zur Moral von anno Tobak zurückwollten und einen sexuellen Vormärz einleiteten. Kein Zweifel: Steinbacher hat einen wichtigen Baustein für die Kulturgeschichte der Sexualität vorgelegt.