Read Entwurf einer Elektrolysezelle und Planung eines Versuchsstandes zur direkten Reduktion von Plutonium IV by Bernhard Friedrich Roth Online

Title : Entwurf einer Elektrolysezelle und Planung eines Versuchsstandes zur direkten Reduktion von Plutonium IV
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ISBN : 351826012X
ISBN13 : 978-3518260128
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Ges f Kernforschung mbH Auflage Als Ms vervielf 1969
Number of Pages : 11 Seiten
File Size : 560 KB
Status : Available For Download
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Entwurf einer Elektrolysezelle und Planung eines Versuchsstandes zur direkten Reduktion von Plutonium IV Reviews

  • Jochen Gruber
    2019-03-28 21:06

    Der Titel des Buches ist etwas überdimensioniert, denn tatsächlich geht es in erster Linie um die Möglichkeit von Freiheit physisch realisierter, mentaler Prozesse: Auf die Freiheit eingeschränkt, ist das Buch eine hervorragende Abhandlung über die 2 aus einem naturalistischen Weltbild sich ergebenden Grundfragen unseres Meschenbildes:1) Wie ist Freiheit der Entscheidung in naturgesetzlich determinierten mentalen Prozessen möglich? Hierauf geben die Autoren eine auf den ersten Blick überraschende Antwort: Freiheit setzt Determination der Antwort voraus. Zwar bemühen sich die Autoren, die Antwort rethorisch so abzuschwächen, dass Freiheit und Determination lediglich kompatibel sind (was in der vorherrschenden Auffassung von Freiheit verneint wird), tatsächlich jedoch vertreten sie die stärkere Auffassung. Dabei ist die zentrale Aussage, dass es auf die Art der Determination ankommt, ob sie Freiheit der Entscheidung zur Folge hat, oder nicht.2) Wie realisieren die konkreten, neurobiologischen Strukturen mentale Entscheidungsprozesse? Hier wird gezeigt, dass diese Realisierung tatsächlich die in 1) bestimmten Kriterien der Determination für Freiheit von Entscheidungen erfüllt.Frage 1 ist natürlich eine rein Philosophische und wird auch so behandelt, während in Frage 2 der Neurobiologe zu Wort kommt. In beiden Teilen gelingt es den Autoren, eine für den interessierten Laien leicht nachvollziehbare Argumentation zu führen. Dabei wird das Thema nicht unzulässig inhaltlich vereinfacht! Vielmehr wird die Argumentation auf das Notwendige konzentriert und verzichtet konsequent auf Rückgriffe auf nur beim Fachmann vorhandenen Basiswissens. Selbstverständlich ist auch der Sprachstil fern vom Fachjargon, ohne dabei auf Präzision und notwendige Details zu verzichten.Schlecht gelungen ist der dritte Teil, der als Anwendung die Konsequenzen eines naturalistischen Menschenbildes für das Strafrecht beschreibt: dabei sind die beschriebenen Konsequenzen durchaus klar und plausibel beschrieben. Allerdings stellen die Autoren eine sozio-politische Diskussion über die Grundlagen des Strafrechts davor, welche zum einen mit den diskutierten Fragen im Grunde nichts zu tun hat, und deshalb auch den Rahmen des Buches bei weitem sprengt, weshalb sie auch übermäßig vereinfacht und verkürzt wird. Tatsächlich sind die daraus abgeleiteten Voraussetzungen für das Strafrecht, auf denen die o.g. Folgen aus einem naturalistischen Menschenbild aufsetzen, gar nicht notwendig: diese Folgen könnten in einem viel breiteren Rahmen diskutiert werden, der auch die in der sozio-politischen Diskussion verworfenen Ansätze für das Strafrecht zuläßt. Damit könnte die Behandlung strafrechtlicher Konsequenzen als abschließende, kurze Anwendung der im Hauptteil diskutierten Fragen 1 + 2 stark gekürzt werden, ohne an Qualität zu verlieren.Blendet der Leser den kurzen Ausflug in die Rechtsphilosophie aus, dann ergibt sich ein wirklich hervorragendes Buch, welches in der Diskussion der genannten Fragen sehr befruchtend wirken wird und jedem zu empfehlen ist, der sich damit beschäftigt!

  • Fuchs Werner T. Dr
    2019-04-14 18:46

    Sowohl Michael Pauen wie auch Gerhard Roth wissen selbstverständlich, wie sich eine Theorie definiert, auch wenn es dabei durchaus Unterschiede zwischen den Geistes- und Naturwissenschaftlern gibt. Daher bin ich erstaunt, dass sie der Meinung sind, ihr gemeinsames Buch erfülle die Kriterien, die man gemeinhin an theoretische Modelle stellt. Selbst wenn davor das Wörtchen "Grundzüge" steht. Aber nachdem, was ich von den beiden Autoren bisher gelesen hatte, erwartete ich auch nicht, dass der Titel eingelöst wirklich wird. Ich fand es schon gut, dass sich die beiden Männer darum bemühten, ihre Ansichten über den freien Willen in ein gemeinsames Modell einzubinden. Enttäuscht war ich dann allerdings nach den ersten vierzig Seiten trotzdem. Denn vom Kapitel "Die philosophische Analyse des Begriffs Willensfreiheit" habe ich mehr erwartet. Vor allem eine sorgfältigere Vermeidung von Zirkelschlüssen. Allzu viele Formulierungen erinnerten mich an scholastische Gottesbeweise, deren oft verdrehter Logik man erst auf die Schliche kommt, wenn man immer wieder vor- und zurückblättert. Und da die einzelnen Kapitel keinem Autor zugeordnet sind, muss ich davon ausgehen, dass der Naturwissenschaftler Gerhard Roth diese philosophische Analyse abgesegnet hat. Möglich, dass er gegen die oft fahrigen Argumentationen keinen Einspruch erhob, weil er vor seinem Schritt in die Naturwissenschaften eine philosophische Ausbildung durchlief, während der er auch Zirkelschlüsse verinnerlichte. Wie auch immer, die neurologischen Ausführungen zum Thema haben mich weit mehr überzeugt.Während der Lektüre fragte ich mich auch, an wen sich dieses Buch richtet. Denn viele Philosophen werden mit dem neurowissenschaftlichen Begriffsinventar ebenso Mühe haben wie Naturwissenschaftler mit dem Vokabular von Michael Pauen. Nun liegt das zwar in der Natur der Sache, wenn zwei Vertreter so unterschiedlicher Disziplinen ein gemeinsames Buch schreiben. Aber dennoch bin ich der Meinung, man hätte das Publikum besser auf die kommende Aufführung vorbereiten sollen. Oder, um bei dieser Metapher zu bleiben, ihm ein Programmheft in Form eines ausführlichen Anhangs in die Hand drücken müssen, in dem einzelne Szenen und ihre Darsteller besser erklärt werden. Das sehen offenbar auch andere Leser und Rezensenten so.Bereut habe ich die Lektüre trotz der zahlreichen Unstimmigkeiten bei der logischen Beweisführung trotzdem nicht. Vor allem weil mir durch Umformulierungen bereits bekannter Standpunkte einige Ansichten klarer wurden, da die Autoren sie neu verknüpften und beschrieben. Bei Lesern, die neu in das Thema einsteigen, frage ich mich allerdings, ob sie nicht allzu oft über Thesen stolpern, um die Freude an der Lektüre nicht zu verlieren.Mein Fazit: Die Einmischung namhafter Neurowissenschafter in Fragen der Philosophie hat in der Vergangenheit zu Abwehrreaktionen geführt, die mehr mit Polemik als mit ernsthafter Argumentation zu tun hatten. Wen sich nun Michael Pauen und Gerhard Roth in einem gemeinsam verfassten Buch zur schwierigen Frage äußern, ob der Mensch einen freien Willen hat, ist das überaus verdienstvoll. Die im Titel versprochene naturalistische Theorie der Willensfreiheit haben die beiden Wissenschaftler allerdings nicht verfasst.

  • Winfried Krakau
    2019-04-06 19:12

    Ein aufklärerisches, sehr zu empfehlendes Buch besonders für diejenigen, welche noch an eine vom Gehirn trennbare unsterbliche Seele glauben. Neueste spannende Erkenntnisse der Neurobiologie werden dargestellt. Dabei wird auch auf das Problem der Willensfreiheit eingegangen. Eine weitere Kränkung des überheblichen Menschen zeichnet sich damit ab. Wie trotzdem der Mensch eigenverantwortlich handeln kann und gesellschaftlich auch muss, wird diskutiert. Freiheit wird trotz Determination als Selbstbestimmung erkannt. Ein Buch, das auch moralische Fragen aufwirft und daher eine Herausforderung für die Religionen ist.

  • Chris
    2019-03-22 20:56

    Die Kompatibilität mit den eigenen "vorwissenschaftlichen Intuitionen" zum wichtigsten Kriterium einer Theorie zu küren ist meiner Meinung nach unwissenschaftlich und dem entspricht auch das, was dabei herausgekommen ist. Es sind interessante Ansätze und Gedanken enthalten aber vieles ist auch schlicht unplausibel oder nicht zu Ende gedacht. Schade.